Skript

Ein Arbeitsskript als Ergänzung zum Klavierunterricht an der Kantonsschule Wil

What we play is life.-Was wir spielen, ist das Leben. “ Louis Armstrong.

Wenn wir Klavier spielen, bewegen wir unsere Finger blitzschnell und mit höchster Präzision. Unsere Feinmotorik betreibt Hochleistungssport. Auch beim Sport müssen unsere Muskeln und Sehnen in absoluter Konzentration zusammenspielen. Dazu gehören auch intensive Gefühle von Hochs und Tiefs, von Sieg und Niederlage, mit denen umzugehen wir lernen müssen. Von vielen Musikern, Philosophen, Wissenschaftlern und von uns selbst wissen wir auch, wie sehr Musik unser Herz berühren kann. Ein gewisses Lied in einem bestimmten Moment unseres Lebens verändert uns für immer. Durch die Liebe zur Musik lernen wir uns, unseren Körper und unsere Persönlichkeit besser kennen. Musik beeinflusst unseren ganzen Körper und unsere Psyche. Unser Instrument spielen wir mit unserem ganzen Körper und unserer Seele. Musik hat eine unglaubliche, kaum fassbare Kraft. Dieses Körperbewusstsein und diese Selbstwahrnehmung zu fördern, ist im Musikunterricht genauso wie im Sport von grösster Wichtigkeit, nicht zu Letzt um dieses ultimative von allen Musikern erträumte Gefühl des Flows erleben zu können. Vielleicht lassen sich also zwei im ersten Moment sehr unterschiedliche Gebiete, Musik und Sport, die aber auch viele Gemeinsamkeiten haben, doch miteinander verknüpfen und kreativ nutzen. Mehrere Studien zeigen, dass Musiker, die regelmäßig Sport treiben, weniger von psychischen und körperlichen Beschwerden betroffen sind. Allgemeines Ausdauertraining wirkt sich positiv auf unsere psycho-physische Stressresistenz aus und sollte zum Musikeralltag gehören wie Zähneputzen. Der Umgang mit Lampenfieber muss beim Üben immer präsent sein, um so auf selbstverständliche und natürlich Art und Weise gemeistert werden zu können. Jeder Sportler hat seinen Mentalcoach und wir? Für Jugendliche, die eine Musikausbildung anstreben, ist das Erlernen von präventiven Mitteln besonders wichtig, damit gar nicht erst Spiel- und Gesundheitsprobleme auftauchen können. Sportliche Aspekte können uns da weiterhelfen. Aber auch wenn wir nicht Profimusiker werden: Unsere Konzentrationsfähigkeit wird sich steigern, was sich wiederum gut auf andere Schulfächer auswirkt. Eine gute Bühnenpräsenz wird auch hilfreich sein bei Vorträgen und Maturaarbeits-Präsentationen. Prüfungsangst muss nicht mehr ein bedrohlich über uns schwebendes Damoklesschwert sein.

Dieses Heft soll meinen Unterricht ergänzen und meine Schülerinnen und Schüler im Sinne eines Arbeitshefts unterstützen. Meine Grundgedanken stammen aus meiner Weiterbildung zum Master of Advanced Studies in Musikphysiologie an der Zürcher Hochschule der Künste. Darüber hinaus finden sich im Appendix zu allen Themen Übe Pläne, Checklisten und Übungen. Kontaktieren Sie mich bei Interesse!